In diesem Beitrag habe ich ein paar der häufigsten Fitnessmythen zusammengetragen, die leider immer noch viel zu verbreitet sind. Außerdem erkläre ich dir was daran nicht stimmt und wie es tatsächlich ist. Damit es etwas übersichtlicher ist, habe ich die Punkte nach Trainingsmythen, Diätmythen und Ernährungsmythen sortiert.

Fitnessmythen – Trainingsmythen

Mythos #1: Wenn du 500 Sit-Ups am Tag machst, bekommst du ein Sixpack

„Abs are made in the Kitchen“ – Auch wenn so viele Sit-Ups oder Crunches deine Bauchmuskulatur stärken werden, wirst du dadurch noch lange kein Sixpack bekommen. Dein Sixpack kommt erst zum Vorschein, wenn du deinen allgemeinem Körperfettanteil reduzierst. Dies erreichst du am besten durch eine Diät bzw. bewusste Ernährung mit einem Kaloriendefizit. Durch Krafttraining kannst du deinen Kalorienverbrauch noch steigern. Sit-Ups verbrennen jedoch nicht speziell dein Bauchfett, daher trainiere am Besten deinen ganzen Körper und mache am Schluss noch 1-2 Übungen für den Bauch. Jeder Mensch hat seine Fettpolster an unterschiedlichen Stellen und baut diese in einer belieben Reihenfolge auf oder auch wieder ab. Daher ist auch bei machen schneller ein Sixpack sichtbar, als bei anderen.

Mythos #2: Kniebeugen sind schlecht für deine Knie

Kniebeugen sind nur dann schlecht für deine Knie, wenn du sie falsch ausführst. Dies gilt außerdem auch für alle anderen Grundübungen wie Kreuzheben oder Bankdrücken. Bevor du diese Übungen mit schwerem Gewicht ausübst, musst du die korrekte Technik beherrschen um das Gewicht ohne Verletzungsrisiko bewegen zu können. Wenn die Technik stimmt, stärkst du mit Kniebeugen sogar deine Knie und mit schwerem Kreuzheben stärkst du deinen Rücken und beugst Rückenbeschwerden vor.

 Mythos #3: Frauen müssen anders trainieren als Männer

Viele Frauen fangen erst gar nicht an zu trainieren, weil sie Angst haben, in Windeseile auszusehen wie männliche Bodybuilder. Dies wird jedoch niemals passieren! Für einen solchen Muskelaufbau Bedarf es eines so hohen Testosteronwertes, den Frauen von Natur aus nicht besitzen. Solange Frauen nicht auf chemische Aufbaupräparate zurückgreifen, werden sie niemals ihre weibliche Figur verlieren oder sogar männlich aussehen. Es wird viel eher das Gegenteil der Fall sein und die trainierten Beine und der Po werden die Figur noch attraktiver formen. Hierfür muss eine Frau jedoch genau so intensiv und hart trainieren, wie es auch Männer machen.

Mythos #4: Ohne Muskelkater gibt es kein Muskelwachstum

Ein normaler Muskelkater ist ein gutes Anzeichen für ein intensives Training und hier wurden dann mit Sicherheit auch Wachstumsreize gesetzt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Training ohne nachfolgenden Muskelkater sinnlos war. Um einen Trainingsreiz zu setzten, ist kein Muskelkater am nächsten Tag nötig. Wichtig ist es, über einen längeren Zeitraum entweder das Gewicht oder die Anzahl der Wiederholungen zu steigern. Über diese Progression wird dein Körper neue Muskelfasern bilden und wachsen. Besonders wenn du eine Übung schon etwas länger machst, wirst du hierbei kaum einen oder gar keinen Muskelkater bekommen. Wenn der Muskelkater sehr stark ist und über mehrere Tage bleibt, war das Training wahrscheinlich sogar zu intensiv und kann somit negativ für den Muskelaufbau sein.

Fitnessmythen – Diätmythen

Mythos #5: Low Carb ist die beste Diät

Oft heißt es, dass man die Kohlenhydrate reduzieren muss, um abzunehmen. Ob du jedoch abnimmst oder nicht hängt erstmal nicht von der Menge an Kohlenhydraten in der Nahrung ab, sondern von der Gesamtmenge an Kalorien, die du zu dir nimmst. Wenn du täglich mehr Kalorien isst, als du verbrauchst, dann nimmst du zu. Isst du weniger, dann nimmst du ab. Ob du nun für eine Diät die Kohlenhydrate reduzierst, um deine täglichen Kalorien zu reduzieren, oder die Fette, macht keinen Unterschied. 1g Kohlenhydrate hat ca. 4 Kalorien und 1g Fett hat ca. 8 Kalorien. Wenn du in deiner Diät nicht Hungern möchtest, ist es also durchaus ratsam die Fette zu reduzieren, da du somit schneller die Kalorien senken kannst und trotzdem noch mehr essen kannst und nicht hungern musst.

Mythos #6: Fatburner oder Stoffwechselkuren schmelzen dein Fett

Früher wurden Fatburner mit vollkommen übertriebenen Aussagen beworben, dies ist heute zum Glück durch die Health Claim-Verordnung verboten. Dennoch glauben viel zu viele Menschen mit Fatburnern oder Stoffwechselkuren ihr Wunschgewicht bzw. ihre Wunschfigur erreichen zu können. Sie können ein paar einzelne Prozent herausholen, wenn du Körperfett verlieren und deine Diät unterstützen möchtest, mehr allerdings auch nicht. Wer behauptet, nur wegen eines Fatburners viel abgenommen zu haben, der reflektiert seine Diät nicht richtig, denn den mit Abstand größten Anteil wird immer deine Ernährung ausmachen und das angesetzte Kaloriendefizit! Nicht ohne Grund wird bei jedem Produkt ausdrücklich eine sehr kalorienarme Diät vorausgesetzt.

Mythos #7: Fett macht fett

Fett, dass wir durch die Nahrung aufnehmen, wird nicht automatisch als Körperfett gespeichert. Besonders gesunde, pflanzliche Fette sind notwendig, damit der menschliche Körper richtig funktioniert. Wie schon in Mythos #5 erklärt haben Fette etwa doppelt so viele Kalorien wie Kohlenhydrate und somit erreicht man mit fettiger Nahrung schneller seinen täglichen Kalorienverbrauch. Aufgrund der hohen Kaloriendichte von Fett verwendet der Körper Fett auch als Energiespeicher. Wenn man über einen langen Zeitraum mehr Kalorien zu sich nimmt, als man verbraucht, speichert der Körper die Überschüssigen Kalorien als Fettdepot ab. Hierbei ist es jedoch egal ob man die Kalorien in Form von Fett oder als Kohlenhydrate oder Protein zu sich nimmt. Es ist daher auch gut möglich mit einer High Fat, Low Carb Diät abzunehmen, wenn man die Kohlenhydrate reduziert. Beim Verzehr von Fetten sollte man darauf achten, dass man großteils ungesättigte Fettsäuren zu sich nimmt und weniger mehrfachgesättigt oder gar Transfette.

Mythos #8: Obst und Smoothies helfen beim Abnehmen

Vorsicht vor zu viel Obst! Obst ist sehr gesund, darüber sollten wir uns alle im Klaren sein, doch hilft Obst in einer Diät? Neben den vielen Vitaminen, die im Obst enthalten sind und gesundheitlich große Vorteile haben können, wird häufig vergessen, dass Obst sehr viel Fruchtzucker enthält. Auch wenn Fruchtzucker deutlich gesünder als industrieller Zucker ist, hat er dennoch jede Menge Kohlenhydrate. Das Gleiche gilt natürlich auch für Smoothies. Ein Smoothie enthält einiges an gepressten und passierten Obst und hat somit auch ziemlich viel Fruchtzucker. Obst und Smoothies sind nicht schlecht, achte aber in einer Diät darauf, dass du nich zu viel davon zu dir nimmst, ansonsten kann es schnell passieren, dass mehr Kalorien zu dir nimmst, als du verbrauchst.

Mythos #9: Cardio ist ein Muss zum Abnehmen

Vielen denken beim Thema abnehmen sofort an Joggen bzw. Cardio. Natürlich verbrennt Cardiotraining Kalorien und kann den Fettstoffwechsel anregen. Dieser Effekt ist jedoch beim Kraft- und Intervalltraining noch höher. Den größten Erfolg wirst du mit einem Intervalltraining wie dem HIIT haben. Dieses Training kostet dich weniger Zeit und ist gleichzeitig noch intensiver. Durch die hohe Intensität gibt es außerdem einen Nachbrenneffekt, wodurch du auch in der Zeit nach dem Training vermehrt Kalorien verbrennst. Je mehr Muskeln du durch Krafttraining aufbaust, desto mehr Kalorien verbrennt dein Körper zusätzlich im Ruhezustand. Wie du siehst ist Cardio nur eine von vielen Möglichkeiten, um ein paar zusätzliche Kalorien zu verbrennen.

Fitnessmythen – Ernährungsmythen

Mythos #10: Kohlenhydrate am Abend sind böse

Viel zu oft lese ich noch „Keine Kohlenhydrate nach 18 Uhr“ als Diättyp in irgendwelchen Zeitschriften. Die Uhrzeit der Nahrungs- bzw. Kohlenhydrataufnahme spielt für eine erfolgreiche Diät jedoch keine Rolle. Wichtig ist es, dass man über den Tag verteilt weniger Kalorien zu sich nimmt, als man verbraucht. Ob diese Kalorien dann morgens oder abends gegessen werden, hat keinen Einfluss auf die Diät. Für einen festen Schlaf und eine gute Regeneration empfiehlt es sich aber trotzdem, nicht direkt vor dem Schlafengehen eine große Mahlzeit zu essen, dies gilt sowohl für Kohlenhydrate wie auch für Salat und alles Andere.

Mythos #11: Protein ist schädlich für deine Gesundheit

Für einen erfolgreichen Muskelaufbau sind 1,4-2,2 g Protein pro KG Körpergewicht ausreichend und stellen absolut keine Gefahr für deine Gesundheit dar. Selbst sehr hohen Mengen wie 3g Protein pro KG Körpergewicht sind für stoffwechselgesunde Personen kein Problem. Auch darüber hinaus gibt es keine Beweise, dass der Körper bei einer ausreichenden Trinkmenge Schaden davon tragen würde. Wer viel Protein isst, sollte generell darauf achten viel zu trinken. Ideal ist es, etwa 1 Liter Flüssigkeit pro 20KG Körpergewicht zu trinken, bestenfalls natürlich Wasser.

Mythos #12: Du musst direkt nach dem Training einen Proteinshake trinken

Viele Studien haben gezeigt, dass das Nährstofftiming oft stark überspitzt wird. Natürlich ist die Proteinsynthese durch das Training erhöht, aber es reicht vollkommen aus, wenn du 1-2 Stunden nach dem Training Protein zu dir nimmst. Dies muss auch nicht in der Form eines Shakes sein, sondern kann auch ganz normal über eine Mahlzeit geschehen. Trotzdem kann ein Shake nach dem Training helfen dir wieder etwas Kraft zu geben und dich etwas zu sättigen, falls es noch etwas dauert, bis du dir dein Essen zubereitet hast.

Hoffentlich werden diese Fitnessmythen bald ausgestorben sein. War auch ein Punkt dabei, der für dich neu ist? Falls ja, schreib es doch in die Kommentare 😃

Julius
Author

Julius Ise, 28 Jahre. Fitness Athlet, Online Coach, Blogger und Fotograf aus Esslingen bei Stuttgart. Ich möchte dich auf diesem Blog motivieren und dir zeigen, wie du fit wirst. Ich zeige dir sowohl das Training wie auch die Ernährung für eine sportliche Figur und einen gesunden Körper.

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