Hallo Zusammen,

heute, am 05.05.2015 ist Welt-Asthma-Tag und das ist meine kleine Geschichte.

„Es war Dezember 2013 als ich im Bett lag und mir das erste Mal die Luft weg blieb, ganz plötzlich, ich hab mich ziemlich erschrocken, aber nichts gesagt. Julius lag neben mir im Bett und hat schon geschlafen. Und in den nächsten Wochen passsierte es immer wieder, aber nur wenn ich abends im Bett lag, nie tagsüber. Dann verging genau ein Jahr vom ersten Anzeichen bis zur Diagnose „Asthma“.

Die letzten ca. 2 Monate vor meinem ersten Lungenarztbesuch waren sehr schlimm, Tag für Tag spührte ich wie im Laufe des Tages, vor allen während und nach dem Sport, meine Lunge zu ging, als ob sie anschwillt und ich weniger Luft bekomme. Atmen war auf einmal so anstrengend. Zu Beginn wusste ich nicht was los war, ich hätte nie daran gedacht, dass ich vielleicht Asthma haben könnte und hab mir nach und nach immer mehr Sorgen gemacht.

Welt asthma tag

Dann beim Lungenarzt. Erst wurde die Lunge geröngt. Alles sah gut aus. Anschließend kam der Lungenfunktionstest. Hierzu kam ich in eine Glasbox, einen Klipp auf die Nase das ich nur durch den Mund atmen soll und das dann direkt in ein bestimmtes Mundstück dass mit dem Computer verbunden war. Die Tür wurde geschlossen und ich hörte die Schwester nur noch über Lautsprecher. Zunächst wurde mein Lungenvolumen getestet, dazu musste ich so schnell wie möglich viel Luft mit einem Schub einzuatmen und anschließend so lang wie möglich mit einem Schub auszuatmen. Und dann wurde es ernst. Mir wurde in drei Schritten ein reizmittel durch den Schlauch und das Mundstück gesprüht, dass ich direkt durch die Lunge einatmen musste. Stufe 1: Ich musste erst mal ziemlich stark husten und es fühlte sich komisch an, aber es ging noch. Stufe 2: Oh mein Gott!!! Meine Lunge fühlte sich an als hätte man sie mir komplett zu gemacht, Atmen wurde immer mühsamer und ich fühlte mich echt nicht gut.

Welt asthma tag

Aber ich wusste es kann nichts passieren, die Arzthelferin hat auf mich aufgepasst und alle nötigen Mittel da, falls etwas passieren würde. Nach Stufe 2 hörten wir auch auf und ich bekam das Notfall-Spray, dass ich direkt nehmen musste um wieder atmen zu können.

Nun ging es zum Arzt. Die Ergebnisse waren eindeutig und ich bekam die Diagnose Asthma Bronchiale. Im Laufe der Zeit hatte ich schon die Vermutung, daher nahm ich die Diagnose gut auf und machte das beste draus. immerhin gibt es Medikamente, die sehr gut helfen die Symptome in den Griff zu bekommen. Mit dem Thema „nicht heilbar“ hab ich mich erst später auseinander gesetzt. Wenn du im Bett liegst und realisierst, dass du nun dein Leben lang diese Medikamente nehmen musst und eigentlich hilflos bist.

Mir war sehr wichtig, dass ich meinen Sport weiter machen kann. Das habe ich auch intensiv mit meinem Arzt besprochen und habe grünes Licht bekommen. Ich müsse lediglich die Medikation so einstellen, dass ich Beschwerdefrei bin. Es gibt genug Profisportler, die mit Asthma leben und trotzdem ihren Sport voll und ganz ausüben können. Also warum nicht auch ich!“

Ich kenne Asthma eigentlich nur aus dem Fernsehen, Lennert bei „How I met your mother“ zum Beispiel oder immer wieder ein kleiner Junge in einem Film. Das kommt euch sicher bekannt vor. Man spricht nicht drüber und daher habe ich bis dato noch nie jemanden mit Asthma kennen gelernt. Dabei leiden in Deutschland ca. 5% alles Erwachsenen und jedes zehnte Kind an Asthma. Mit dem Weltasthamtag möchte auch ich auf das Thema und die Krankheit aufmerksam machen und zeigen das es möglich ist, normal zu leben und sogar intensiv Sport zu treiben.

Ich nehme nun ein gutes halbes Jahr täglich mein Kortison, einmal abends und einmal morgens und habe mein Notfall Spray immer bei mir. Ich besitze mehrere Sprays, eins liegt am Bett, das andere habe ich in meiner Handtasche und eins in meiner Sporttasche. So habe ich es immer bei mir. Da ich 5-6 Tage die Woche im Fitnessstudio bin, habe ich mir ein süßes Täschchen von Nike besorgt, dass ich ständig mit mir trage, dort befindet sich mein Spray (mittlerweile natürlich auch noch mehr – wie wir Frauen halt sind ;). Bevor ich beginne Sport zu machen, nehme ich zwei Sprühstöße des Lungenerweiterten Notfall Sprays und kann dann (fast) unbeschwert trainieren. Bisher hat alles bestens funktioniert und ich kann sagen, dass ich mein Asthma im Griff habe und nicht anders herum.

Welt asthma tag

Welt asthma tag

Alle drei Monate gehe ich zur Kontrolle zum Lungenarzt und mache einen Lungenfunktionstest und bespreche meine Medikation. Da nun die Pollen Zeit beginnt habe ich ein paar mehr Medikamnete bekommen 😉 Aber so lange ich Beschwerdefrei leben kann, nehme ich diese und bin glücklich das es eine so gute Behandlung gibt. Die Medikamente gehören für mich nun zum Leben dazu. Und mit dem Sport aufhören – kommt für mich nicht in Frage! 🙂

Mary
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